Die Zukunft der Bildung

Auf die Zukunft vorbereitet sein

Die Zukunft der Bildung und die Zukunft der Arbeitswelt sind eng miteinander verbunden. Auch wenn Bildung sicherlich nicht allein auf die Formel des Qualifikationserwerbs für den Arbeitsmarkt reduziert werden darf, so ist (und bleibt) eine zentrale Zukunftsfrage, wie unser Bildungssystem an die Globalisierung und Internationalisierung angepasst werden kann, um Beschäftigung und Wohlstand auch in Zukunft gewährleisten zu können. 

Seit einigen Jahren, insbesondere durch den Bologna-Prozess initiiert, gibt es einen Wandel in der Hochschullandschaft. Wirtschaftliche Interessen treten verstärkt in den Vordergrund und der Wunsch einer stärker am Beruf orientierten Lehre wird lauter. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger erwartet entsprechend bis zum Jahr 2030 eine Fokussierung von Universitäten und Fachhochschulen auf Studiengänge, für die es am Arbeitsmarkt einen nachweislichen Bedarf gibt. Bei den 14- bis 24-Jährigen ist dieses Zukunftsbild überdurchschnittlich stark verbreitet. Aus heutiger Sicht spricht vieles für diese von der Hälfte der repräsentativ Befragten erwartete Engführung der akademischen Bildung. Doch mit Blick auf die Zukunft wird eine verschulte Anpassungsqualifizierung für die Jobs von heute dem Zweck einer akademischen Ausbildung nicht gerecht. Der Sinn eines Hochschulstudiums besteht in der Entwicklung eines Kompetenzprofils für die flexible und kreative Zukunftsgestaltung in einer vom permanenten Wandel gekennzeichneten Arbeits- und Lebenswelt. 

Dass in Zukunft dieses Wissen vermehrt mit elektronischen Medien gelernt werden wird, davon sind etwa neun von zehn Bundesbürger überzeugt. Schon heute haben sich Erwerb und Weitergabe von Wissen durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verändert. Hieraus folgt: Medienkompetenz wird in allen soziodemografischen Lebensphasen zu einem wichtigen Bildungsthema der Zukunft werden. Neben der technischen Benutzungskompetenz muss dabei auch ein verantwortungsvoller Umgang vermittelt und erlernt werden, wobei u.a. Informationsselektion und Quellenkritik wichtige Aspekte darstellen. 

Doch ist das, was wir lernen, ausreichend, um gut auf die Zukunft vorbereitet zu sein? Die EU formulierte im Rahmen der Lissabon-Strategie die Ambition, den europäischen Kontinent zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu entwickeln. Die Europastudien der Stiftung zeigen jedoch: Lediglich ein Drittel der Europäer stimmt der Aussage zu, dass das jeweilige nationale Bildungssystem gut auf die Zukunft vorbereitet. In Deutschland glaubt immerhin die Hälfte der repräsentativ Befragten daran. Das negative Meinungsbild der Bevölkerung unterstreicht zum wiederholten Mal die Dringlichkeit tiefgreifender Bildungsreformen. Für die Zukunft ist es daher erforderlich, die gesamtgesellschaftliche Bildungsperspektive zu verbessern. Hierbei wird es insbesondere darum gehen, wie Staat und Gesellschaft die Lücke zwischen dem Postulat der Chancengleichheit und den tatsächlich vorhandenen Chancen, Bildung zu erhalten, schließen. Zukunftsrelevante Bildung müsste sich dann wiederum verstärkt auf die Fähigkeit zum vorausschauenden Ausloten möglicher Chancen und Gefahren beziehen und u.a. der Digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken.