Die Zukunft des Tourismus

Zwischen Konstanz und neuen Einflussfaktoren

Egal was passiert, der Stellenwert des Urlaubs bleibt in Deutschland ungebrochen. Weder Euro- noch Finanzkrise, weder Epidemien noch Naturkatastrophen oder Anschläge können die Bundesbürger davon abhalten, die Koffer zu packen und den eigenen Wohnort vorübergehend zu verlassen. Gefühlt 50 Wochen arbeiten, sparen und warten, um dann endlich in den wohlverdienten Jahresurlaub zu entschwinden – so wird es auch in Zukunft sein. 

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger verreist länger als fünf Tage im Jahr. In die Ferien zu verreisen, ist und bleibt für die meisten Bundesbürger das Highlight des Jahres. Jedoch müssen auch beim Urlaub zunehmend mehr Bürger auf das Geld achten. Um dennoch nicht auf das persönliche Urlaubsglück verzichten zu müssen, reagieren die Bundesbürger pragmatisch und verkürzen einfach die Dauer ihres Urlaubs. So nahm die durchschnittliche Reisedauer von 1980 bis heute von 18,2 Tage auf 13 Tage ab. 

Doch was erwarten die Bundesbürger von ihrem Urlaub? Das Wissen um diese Bedürfnisse, die Verhaltensweisen und Wünsche der Reisenden ist von zentraler Bedeutung für die strategische Ausrichtung einer Tourismusdestination. Fakt ist hierbei: Fast vier von fünf Bundesbürgern wollen sich im Urlaub in erster Linie erholen. Der klassische Erholungsurlaub nimmt somit Platz eins der beliebtesten Reiseformen ein, sowohl bei der Gesamtbevölkerung als auch der jüngsten Generation. Das höchste Erholungsbedürfnis äußern hierbei Familien. Für Jugendliche und junge Erwachsene spielen hingegen andere Urlaubsmotive eine größere Rolle, u.a. Erlebnis, Aktivität und Spaß. Mehr als jeder zweite Reisende möchte im Urlaub vor allem viel erleben. Und fast genauso wichtig wie das Erlebnis selbst, sind die Berichte im Anschluss darüber: ‚Wenn ich dir erzähle was ich im Urlaub erlebt habe’, ist einer der häufigsten Sätze nach einem Urlaub. Zum Urlaub gehört aber grundsätzlich beides: Erholung und Erlebnis. In welchem Verhältnis diese stehen, entscheidet der Urlauber selbst. Wichtig ist jederzeit zwischen Anspannung und Entspannung, Action und Ruhe wählen zu können.

Insgesamt ist festzuhalten: Die Wünsche der Reisenden sind vielfältig, daher gibt es für jedes Segment Interessenten. Die so entstehenden Nischen gilt es vermehrt zu besetzen, um auch die Urlaubswünsche von kleineren Zielgruppen zu befriedigen. Zwar ist schon gegenwärtig das Reiseangebot deutlich ausdifferenzierter als in der Vergangenheit, doch wird die Tourismusbranche auch in Zukunft weiter innovativ und kreativ bleiben müssen, um weiterhin im Wettbewerb um die Gunst des Urlaubers zu bestehen. Wichtig bleibt dabei aber gleichzeitig auch das verbindende Element zu den klassischen Urlaubsmotiven. Diese sind Erholung und Regeneration, Sonne und Meer, Kontrast und Erlebnis sowie Kontakt.